Blog

Montag, 20. Dezember 2010

....

Lieschen fährt mit den Jungs Ernst und Heinrich mit dem Fahrrad in die Stadt. Sie soll "sieben Meter passend Spitze" kaufen und weil sie Angst hat, das zu vergessen, sagt sie sich das den ganzen Weg lang vor.... sieben Meter passend Spitze. Sieben Meter passend Spitze. Vor dem Laden bleibt Ernst draußen bei den Rädern und Heinrich kommt mit rein. Sieben Meter passend Spitze. Sieben Meter passend Spitze...
"Was darf es sein?"
-"Sieben Meter Spatzenpisse!"
"Ist das ihr Ernst??"
-"Nein, das ist Heinrich, Ernst steht draußen und passt auf die Räder auf!"


Wir Kinder haben diesen Witz geliebt, mein Opa konnte ihn so unvergleichlich komisch erzählen. Er hatte ein schier unerschöpfliches Reservoir an Witzen, aber dieser musste es fast immer sein, auch wenn wir ihn alle schon auswendig konnten.
Er hat uns und die anderen Kinder um ihn herum immer zum Lachen gebracht, mit Witzen und Situationskomik. Wenn wir bei Oma und Opa übernachtet haben, musste er jedes Mal eine seiner großartigen Mainzelmännchengeschichten erzählen. Warum wir die so genannt haben, weiß ich bis heute nicht, es kam kein einzelnes Mainzelmännchen darin vor, sondern eine riesige, leicht chaotische Großfamilie mit einem uralten VW-Bus. Die Beschreibung, wie sie sich in ihren Bus quetschten, um einen Ausflug zu machen... jedes Mal ein Highlight und wir Kinder haben Tränen gelacht.


Das Leiden ist vorbei. Aber die Lücke ist so groß...